Holländer in Bardowick:  Wir bringen 5000 Tulpenzwiebeln mit
Drei Tage volles Programm für den Rat von Venhuizen

Bardowick. Am neuen Verwaltungsgebäude in der Schulstraße wehten die Fahnen der Bundesrepublik und der Niederlande an diesem Wochenende nebeneinander. Bardowick stand drei Tage lang im Zeichen holländischer Gäste. Nachdem im April dieses Jahres eine Abordnung des Bardowicker Rates in Venhuizen war, konnte der Flecken jetzt die Gegenabordnung aus Holland beherbergen.

Mit großer Herzlichkeit wurden die Holländer in Bardowick vom 1. Rathmann H. Benecke, Gemeindedirektor Jenczyk sowie den Ratsherren Otto Bätje und Ernst Burkhardt - diese vier waren auch in Venhuizen - begrüßt. Nach Bardowick waren der Bürgermeister Engelvaart, der Secretaris de Jong sowie zwei Vertreter des Venhuizner Gemeinderates, der 1. Fraktionssprecher der katholischen Volkspartei Fit und der 1. Beigeordnete Roet gekommen.

Nachdem man am Tage der Ankunft am Abend nur einige Stunden zusammensaß, um Erinnerungen vom ersten Besuch wieder aufzufrischen und kommende Probleme zu erörtern, gab es für die Gäste aus Holland zwei Tage lang ein sehr umfangreiches Besichtigungsprogramm. Am Tage wurden die verschiedenen kommunalen Einrichtungen in Bardowick besichtigt. Man begann beim neuen Verwaltungsgebäude in der Schulstraße und ging dann zum Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr, der neuen Schule und schließlich zur neuen Sportanlage.

Auch die Gemeinden Vögelsen und Mechtersen wurden mit den holländischen Gästen besichtigt. Dabei stellten die Gäste aus Venhuizen fest, daß es zwischen den Gemeinden Venhuizen und Bardowick viele Gemeinsamkeiten gibt. Am Sonnabend wurde der Stadt Lüneburg ein Besuch abgestattet, dann fuhr man gemeinsam über Lauenburg, Geesthacht nach Hamburg. Von Hamburg zurückgekehrt, beschloß ein gemeinsames Abendessen bei Russmann in Vögelsen das Tagesprogramm. An dem Essen nahmen auch die Bürgermeister Kathmann und G. A. Köhler teil.

Die letzten Stunden des Beisammenseins wurden bei Gemeindedirektor Jenczyk ve­bracht. Bis in die frühen Morgenstunden - die Nachtruhe wurde in diesen beiden Tagen für Gäste und Gastgeber klein geschrieben - saßen die Bardowicker mit ihren Freunden aus Venhuizen zusammen und planten und erörterten.

Der Verschwisterung zwischen den Gemeinden Bardowick und Venhuizen steht nichts mehr im Wege. Die Abordnung aus Venhuizen war beeindruckt von den kommunalen und sonstigen Einrichtungen der Bardowicker. Als die Holländer am gestrigen Sonntag in aller Frühe Bardowick verließen, fuhren sie mit vielen Eindrücken in ihre Heimat zurück. Bürgermeister Engelvaart, der Secretaris de Jong und die Herren Roet und Fit sind fest davon überzeugt, daß die beiden Gemeinden Venhuizen und Bardowick ausgezeichnet zusammen passen. Wenn im August in Holland die Gemeinden Venhuizen mit den Nachbargemeinden Wijdenes und Schellinkhout zu einer Gemeinde Venhuizen verschmolzen werden, wird der neue Gemeinderat von Venhuizen die Verschwisterung zwischen Bardowick und Venhuizen beschließen. Die Urkunden sollen dann in Bardowick und Venhuizen unterzeichnet werden. Als Abschiedsgeschenk überreichte Gemeindedirektor Jenczyk den Venhuizern einen alten Stich von Bardowick aus dem Jahre 1588 von Daniel Frese. Außerdem nahmen die Holländer einen Haushaltsplan von Bardowick mit. Vier Nelkensträuße für die Ehefrauen der Abordnung der Venhuizner war ein weiteres Abschiedsgeschenk.

Fest steht auch, daß im Oktober die Venhuizener wieder nach Bardowick kommen werden. 5000 Tulpenzwiebeln werden die Holländer dann nach Bardowick bringen. Bardowick wird inzwischen ein Programm ausarbeiten, in dem der weitere Kontakt durch gegenseitige Besuche von Sportlern und Jugendgruppen festgelegt werden soll. Über alle Ratssitzungen wollen die beiden Gemeinden Protokolle austauschen.

(Landeszeitung vom 1.6.1970)